Jahresabschluß 2019 auf dem Feldberg im Taunus
Die 2-Rad-Saison ist für viele bereits beendet doch ein Event steht noch aus – das Motorrad- und Traktorentreffen auf dem Großen Feldberg im Taunus.
Jedes Jahr am 24.12. findet das Treffen statt. Für Zweiradfahrer ist es eine gute Gelegenheit nochmal „frische Luft“ zu schnuppern bevor der Festtagsmarathon losgeht.
Nachdem ich im Jahr 2012 zum ersten Mal auf dem Elefantentreffen – am Nürburgring – war und danach mehrere Winter-Ausflüge nach Skandinavien gemacht habe, ist es für mich unvorstellbar, den ganzen Winter zu verbringen, ohne eine Ansammlung von Motorrädern gesehen zu haben. Das Weihnachtstreffen auf dem Großen Feldberg ist eine wunderbare Gelegenheit, das Verrückte in uns Motorradfahrern zu erkennen.
Zum zweiten Mal begleitet mich Florian mit seiner 125er Honda. Ja, es gibt auch enthusiastischen und widerstandsfähigen 2-Rad-Nachwuchs, wir können also sehr hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.
2018 waren wir etwas spät dran – die Veranstaltung leerte sich bereits wieder als wir ankamen, so dass Florian und ich beschlossen, dieses Jahr bereits um 8.00 Uhr abzufahren. Nachdem uns unsere Motorrad-Kollegen und – Kolleginnen mitgeteilt hatten, dass sie DIESES Jahr noch nicht mitfahren wollen, waren wir sehr frei in unserer Zeiteinteilung.
Wir entschlossen uns, durch die Rheinebene zu fahren, um nicht zu spät anzukommen. Unsere Route führte über Mannheim, Worms, Oppenheim und Mainz. Ein gutes Stück dieser Strecke ist sehr malerisch. Bei unseren Sommerausfahrten kommen wir hier nie lang, die Rheinebene zählt selten zu unseren Zielen. Vor Wiesbaden sind wir ca. 25 km Autobahn gefahren, um dann den Großen Feldberg, Schmitten, vom Süden aus anzufahren.
Schon am Fuß des Feldbergs begegnen uns Motorräder, Traktoren, Trikes und ähnliches. Viele Fahrer sind im Nikolausoutfit oder mit einer Zipfelmütze verkleidet und die Fahrzeuge schmücken Weihnachtsbäume und Lichterketten.
Bisher war es bis auf etwas Regen angenehm zum Fahren, jetzt merken wir, dass die Temperaturen sinken. Um 10:45 Uhr kommen wir nach ca. 130 km oben an und erkennen gleich, dass eine Stunde früher zu fahren eine gute Entscheidung war, der Feldberg ist gerammelt voll.
Vor der Auffahrt auf das Gelände werden PKW aussortiert, alles andere darf weiterfahren.
Diese Zündapp erweckt bei mir Jugenderinnerungen, Florian staunt, mit was wir uns früher bewegen mussten.

Nachdem wir uns mit einem Kinderpunsch aufgewärmt haben, laufen wir das gesamte Gelände ab. Alle Kuriositäten abzubilden, nähme hier zu viel Platz in Anspruch.
Auf dem Feldberg ist es saukalt, diesig und zeitweise zwingen uns die Graupelschauer den Rundgang zu unterbrechen, aber das Event hier ist immer wieder beeindruckend.
Leute kommen mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen auf oder neben denen ein Grill betrieben und Glühwein erwärmt wird und vor allem laute Musik abgespielt wird.
Bei uns riefen bei den Zweirädern eine Hayabusa und eine Harley den größten Respekt hervor.
PKWs sind nicht erlaubt, dass hier eine Ausnahme gemacht wird, erklärt sich von selbst.

Auch die Wohnmobilkultur ist mittlerweile in die Jahre gekommen

Hier kommt alles hoch, auch Harley Davidson – und dies ist ein sehr gepflegtes Exemplar
Die Verköstigung auf diesem Gefährt – durch das Grün gut versteckt – machte einen sehr guten Eindruck

Aigner – ohne Worte

In dieser Reihe stand alles an 2-Rädern, was man sich vorstellen kann
Den Auftritt der Musikkapelle haben wir letztes Jahr nicht mitbekommen. Sowohl Musiker als auch Zuschauer sind voller Begeisterung. Die Performance erinnert uns an Guggenmusik.

Florian lässt sich die Laune auch durch Graupelschauer nicht vermiesen

Nach ca. 1½ h haben wir alles gesehen und machen uns auf den Rückweg. Eine Motorradfahrerin mit einer Intruder fragt, ob sie bis ins Tal hinter uns herfahren kann, die Sicht ist so schlecht, dass es angenehmer ist, jemandem hinterher zu fahren.
Die Abfahrt ist schön und kurvig, Frankfurt umgehen wir per Autobahn und fahren dann ab Groß-Gerau auf der rechten Rheinseite auf Land- und Bundesstraßen Richtung Heimat.
Ab Groß-Gerau ist es auch wieder warm, so dass wir in Heidelberg völlig entspannt und wohlbehalten ankommen.
Florian und ich sind uns sicher: Die Ausfahrt darf nicht im Programm fehlen und wir laden schon jetzt – getreu dem Motto nach Weihnachten ist vor Weihnachten – alle Interessierten herzlich ein, uns am 24.12. 2020 zu begleiten. Wir gehen aber davon aus, dass wir dann die Rückfahrt durch den Odenwald wählen, denn ein Weg Rheinebene reicht.
Hoffentlich sehen wir uns bald auf 2 Rädern.
Adolf
